Untersturmführer Gebhardt: August Diehl
Filmographie, "Diehl zu seiner Rolle"

 

August Diehl zu seiner Rolle in "DER NEUNTE TAG"

"Bevor mich ein Stoff reizt, interessiert mich erst mal die Rolle, weil ich sie ja spielen muss. Die Rolle war schon in der ersten Fassung einfach spannend: Jemand, der versucht einen anderen von einem bestimmten Weltbild zu überzeugen und das unter Androhung von Gewalt, mit einem Ultimatum, der Drohung wieder ins KZ zurück zu müssen. Das Ganze ist wie ein Countdown geschrieben, Kremer hat für seine Entscheidung nicht sehr viel Zeit.

Hinzu kam die Überlegung, dass der Stoff sehr interessant ist. Gerade die Beziehung Kirche und Nationalsozialismus ist immer noch ein unaufgeklärtes Thema und sehr kompliziert. Im Moment lese ich ganz viel über die Nürnberger Prozesse und die Protokolle, wie sich die Nazis damals verteidigt haben. Das hat auch etwas mit der Zeit zu tun, in der "DER NEUNTE TAG" spielt. Wie ich mich in die Zeit einfühle, da gibt es immer viele äußere Dinge, wie das ganze Dekor und die Art, wie man sich verhält.





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"Höflichkeit", die altmodisch geworden ist, diese bestimmte Art zu reden und zu sprechen, das rückt für mich in den Hintergrund zu Gunsten der Figur, die lebendig sein soll und nicht irgendwie vergilbt. Sie soll nah an uns herangebracht werden. Das ist als Rahmen da, damit die Figur auch lebendig bleibt.

Wir hatten von Anfang an sehr intensive Gespräche über den Katholizismus. Ich hatte ganz viele Fragen von Anfang an, gerade was Judas und Jesus betrifft. Das war auf der einen Seite das große Thema, auf der anderen Seite natürlich der Nationalsozialismus, bei dem ich mich ein bisschen besser auskenne. Diese beiden Themen sind so weit von einander entfernt und trotzdem haben sie soviel miteinander zu tun. Gerade wie sich der Papst damals verhalten hat, das hat mich von Anfang an sehr neugierig gemacht.