| |
Tomas Erhart (Kamera)
Filmographie,
"Gedanken zur visuellen Gestaltung"
Tomas Erhart: Gedanken zur visuellen Gestaltung des Films
Es gab bei meinen ersten Gesprächen mit Volker
Schlöndorff noch ernsthafte Erwägungen, den "NEUNTEN
TAG" in Schwarzweiß zu drehen. Vor allem
die Szenen im KZ sollten auf keinen Fall in irgendeiner Weise
"schön" wirken, sondern - ganz im Gegenteil -
der unmenschlichen Situation, die dort herrschte, gerecht werden.
Ziemlich bald wurde uns bewusst, dass eine Farbigkeit, jedoch
in stark entsättigter Form, dem Konzept des Films eher
gerecht würde. Unterstützt durch eine Lichtführung,
die sich durch sehr starke Kontraste auszeichnet, entstand so
ein Look, der unserer heutigen Zeit entspricht, ohne in irgendeiner
Weise "bunt" zu wirken. |
|
--------------------------------------
Cast & Crew
Für die Farbentsättigung der Kino-Fassung benutzten
wir das so genannte "Separationsverfahren". Dabei
werden vom farbigen Negativ zwei so genannte Intermed-Positiv-Filme
gezogen. Einer in Farbe, einer in Schwarzweiß. Durch das
Zusammenkopieren dieser beiden Intermeds entsteht das endgültige
Negativ, dessen Farbsättigung in einer beliebigen Bandbreite
zwischen ganz Schwarzweiß oder normal farbig festgelegt
werden kann. Nach mehreren Tests entschieden wir uns für
ein Mischungsverhältnis von 45 zu 55. Im fertigen Film
entsteht so eine dezente Farbigkeit, die niemals aufdringlich
wirkt und dem Thema des Films wie auch der Zeit, in der er spielt,
in angemessener Art und Weise gerecht wird.
|
|