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Abbé
Henri Kremer: Ulrich Matthes
Biographie,
Filmographie,
"Matthes zu seiner Rolle"
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Ulrich Matthes zu seiner
Rolle in "DER NEUNTE TAG"
"Ungefähr 2001
ist es losgegangen, irgendwann flatterte das Drehbuch
ins Haus und ich dachte, das ist eine Wahnsinnsrolle,
das ist unglaublich. Grundsätzlich suche ich in
der Auswahl meiner Rollen immer nach einem Extrem. Und
natürlich gibt es für einen Menschen kaum
eine extremere Situation, als in ein KZ zu kommen und
aus diesem wieder entlassen zu werden, mit einem Ultimatum
eine Entscheidung über seine Zukunft, über
Leben und Tod zu treffen.
In der Vorbereitung habe ich
die Tagebücher von Klemperer gelesen. Vor Jahren
habe ich - nicht als Schauspieler - von Primo Levi,
"Ist das ein Mensch?" gelesen.
Diesen Auschwitzbericht habe ich noch einmal hervorgeholt.
Das ist immer wieder hart. Jetzt in der Schauspielerei
ist das ein ganz seltsamer Vorgang, schon beim Lesen
hatte ich manchmal das Gefühl, es sollte sich verbieten,
sich als Schauspieler in so eine Art KZ-Situation hineinzubegeben.
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Cast & Crew
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Seit ich halbwegs erwachsen bin, knabbere ich an diesem
Thema herum: Wie eine Ideologie so sehr in Menschen
einsickern kann, dass das Gefühl der Empathie,
des Mitfühlens verloren geht. Auf der anderen Seite
die Opfer dieser Ideologie, die dieses System in irgendeiner
Weise überleben konnten. Das war und ist für
mich immer noch eine große gedankliche Arbeit.
Äußerungen wie ,Wir haben die Jahre des Nationalsozialismus
abgearbeitet’ kann ich immer noch nicht ausstehen.
Auch künstlerisch, gedanklich, politisch glaube
ich nicht daran. Man braucht dafür sehr viel Zeit,
sehr viel Kraft, wenn man sich damit wirklich beschäftigen
möchte, wenn man wirklich versuchen will, das in
irgendeiner Weise emotional, intellektuell zu bewältigen.
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