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Andreas Pflüger (Drehbuch)
Biographie,
zu dem Drehbuch
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Interview
mit Andreas Pflüger zu dem Film
»Der Neunte Tag«
- Wann sind
sie mit dem Projekt Pfarrerblock in Berührung gekommen?
Im Frühjahr 2003
hat der Produzent Jürgen Haase mir das Drehbuch von
Eberhardt Görner zu Lesen gegeben und meine Meinung
darüber eingeholt.
- Wie haben Sie den Stoff weiter bearbeitet?
Es waren Veränderungen auf mehreren Ebenen. Zunächst
einmal hatte ich den Eindruck, daß die historische
»Hintergrundfolie Drittes Reich« – vor
allem die Rolle von Pius XII. – zu indifferent gezeichnet
war. Spätestens seit Hochhuths »Stellvertreter«
ist Pius' Verhalten in Bezug auf den Holocaust jedermann
bekannt. Ihm war hauptsächlich an zwei Dingen gelegen:
der Marienverehrung und der Verschonung der heiligen Stadt
Rom vor alliierten Bom-berangriffen. Ernst von Weizsäcker
hat das 1944 in einem Tagebucheintrag auf den Punkt ge-bracht:
»Der Papst arbeitet sechs Tage die Woche für
die Deutschen. |
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Cast & Crew
Am siebenten betet er für
die Alliierten.« Das galt es herauszuarbeiten.
Des Weiteren hatte ich das Bedürfnis, die Rolle des Gestapochefs
Gebhardt zu stärken. Ihm fehlte noch der innere Antrieb
für das Spiel, das er mit Kremer beginnt. Er sollte ein
starker, zunächst unüberwindlich scheinender Gegner
sein. Denn Kremer ist natürlich ein Mann, der aufgrund
seines starken Glaubens und seines Schicksals große
Autorität besitzt. Um diese Autorität zu erschüttern,
braucht es jemanden, der mit aller Raffinesse und mit scharfem
Intellekt vorgeht. Also: Gebhardt war in einem der Lager im
Osten, wo er zu Demonstrationszwecken an einer Vergasung teilnahm.Das
hat sein Weltbild ins Wanken gebracht. Tief in seinem Innern
weiß er, daß er einem Unrechtsregime dient. Und
nun klammert er sich an die aberwitzige Hoffnung, dieser Priester,
Kremer, könne ihm eine Art von Absolution gewähren
– falls es Gebhardt gelingt, ihn zur Kooperation mit
der Gestapo und damit gleichzeitig zum Verrat an seinen Brüdern
in Dachau zu bewegen.
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